Scharbockskraut – Bushcraft- und Survival-Pflanzenkunde

Allgemeines zum Scharbockskraut

Scharbock ist altdeutsch und steht für Skorbut (eine Vitamin-C Mangel-Krankheit, die früher vor allem bei Seefahrern verbreitet war). Nun ist es aber nicht so, dass Scharbockskraut diese Krankheit verursacht.

Vielmehr haben die Blätter der Pflanze einen sehr hohen Vitamin-C Gehalt. Aus diesem Grund wurde das Scharbockskraut auch auf Seefahrten in großen Mengen eingelagert und verzehrt. Genau diese Eigenschaft macht die Pflanze auch heute noch für uns interessant. Darüber hinaus lagert sie Stärke/Kohlenhydrate in kleinen Wurzelknöllchen ein, die ebenfalls für den Verzehr geeignet sind.

Das Scharbockskraut kann somit beim Bushcraften und Survival auf verschiedene Arten verwendet werden. Das Scharbockskraut ist einer der ersten Pflanzen im Jahr, die wir auf dem Waldboden beobachten können. Ihr Blätter und die gelben Blüten sind sehr markant und leicht zu erkennen.

Scharbockskraut

Scharbockskraut als essbare Pflanze

Zu beachten ist allerdings, dass Scharbockskraut zur Familie der Hahnenfußgewächse gehört und wie andere Pflanzen dieser Familie das gifitge Protoanemonin ausbildet, vor der Blüte ist der Gehalt an Protoanemonin jedoch sehr niedrig. Von daher gilt generell, die Pflanze nur in Maßen (maximal eine Hand voll) zu genießen und dies am besten vor der Blütezeit.

Sollte der Geschmack der Pflanze nach der Blüte scharf-bitter sein, ist der Gehalt bereits gestiegen. In diesem Fall ist trocknen der Pflanze/Wurzelknöllchen eine Möglichkeit, da so die Giftstoffe zersetzt werden. Die getrockneten Wurzelknöllchen können zermahlen als Mehlersatz dienen und ein Tee aus den getrockneten Blättern soll blutreinigend und gegen Hautkrankheiten wirken.
Standort: auf frisch-feuchten Böden in Wäldern und Gebüschen; krautreiche Auwälder, feuchte Säume

Merkmale:

Aussehen: teppichartiger Bewuchs am Boden; Höhe zwischen 5-15cm; acht und mehr goldgelbe Nektarblätter und 3-5 Kelchblätter; Stängel niederliegend bis aufsteigend; Grundblätter herz-nierenförmig, Unterseite heller; nach der Blüte in den Achseln der Blätter Brutknöllchen; Wurzeln meist keulig verdickt

Sonstiges: Stängel der Blätter hohl mit zwei Kammern; Stängel der Blüte hohl mit einer Kammer

Bilder: