Char Cloth – Bushcraft- und Survival-Zunder

Allgemeines zu Char Cloth

In diesem Beitrag geht es um die Herstellung von char cloth Zunder. Dieser Zunder ist relativ einfach herzustellen und es empfiehlt sich auf Tour immer ein paar kleine Stücke für den Notfall dabei zu haben. Diese fangen sehr leicht einen Funken und eignen sich um weiteres Zundermaterial (z. B. trockene Gräser) zu entzünden.

Mittels Pyrolyse erhalten wir einen einfach zu entzündenden Stoff. Ausgangsmaterial ist dafür 100% Baumwolle. Diese könnt ihr von einem alten T-Shirt oder Bettlaken bekommen. Desweiteren benötigen wir noch eine kleine Blech- oder Metalldose und ein Feuer. Bei der Dose ist darauf zu achten, dass diese gut schließt, damit später kein Sauerstoff in die Dose eindringen kann.

Vorbereitung

Char Cloth I
Als Ausgangsmaterial kannst du reine Baumwolle verwenden.

Nichts desto trotz machen wir zuerst ein kleines Loch in den Deckel der Dose. Aus diesem können später die Pyrolyse-Gase austreten. Der Stoff wird in kleine Stücke entsprechend der Größe der Dose geschnitten und anschließend locker in diese hineingelegt. Ihr könnt hierbei ruhig unterschiedlich große Stücke schneiden und diese auch versetzt zueinander in die Dose legen, nur falten solltet ihr sie nicht.

Ab ins Feuer…

Char Cloth III
Sieht wild aus, muss aber so: Herstellung von Char Cloth

Anschließend schließen wir die Dose und legen sie ins Feuer. Die Beschaffenheit des Feuers ist eher zweitrangig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass geringere Temperaturen besser sind als zu hohe, auch wenn der Prozess dadurch etwas länger dauert. Meiner Meinung nach ist am Ende die Beschaffenheit der char cloth aber einfach besser. Am besten ihr probiert es selber aus.

Ihr könnt erkennen, dass die Pyrolyse begonnen hat, wenn ein weiß-gräulicher “Rauch” aus dem Loch im Deckel aufsteigt. Eigentlich handelt es sich hierbei um Gase, welche gesundheitsschädlich sind. Von daher macht das alles draußen und atmet sie nicht ein. Sollten sich die Gase entzünden, ist dies nicht weiter problematisch. Also müsst ihr nicht versuchen, sie zu löschen. Wenn die Pyrolyse beendet ist, steigt kein weiterer “Rauch” aus dem Loch auf.

Dies ist der Hinweis für euch, die Dose aus dem Feuer zu nehmen. Falls ihr meint, ihr könnt/müsst die Dose mit den bloßen Fingern anfassen, dann macht das. Ich empfehle euch dies nicht zu tun. Wichtig ist jetzt, dass ihr die Dose mit dem Deckel auf den Boden legt, so dass kein Sauerstoff durch das Loch in die Dose gelangen kann. Nun heißt es warten, bis die Dose komplett ausgekühlt ist. Öffnet ihr die Dose zu früh, kann es sein, dass sich die char cloth entzündet und die Arbeit war umsonst.

… und alles hat geklappt – Char Cloth-Zunder.

Char Cloth IV
So sieht die fertige Char Cloth aus. Sie kann auch gleich in der Dose transportiert werden.

Ist die Dose abgekühlt, könnt ihr den Deckel öffnen und eure erste selbst hergestellte char cloth bestaunen. Ich nehme am liebsten die einzelnen Lagen einmal auseinander und lege sie dann nach und nach wieder in die Dose, in der ich sie auch dauerhaft aufbewahre. Das Material sollte nun komplett schwarz sowie ganz fein sein und eine netzartige Struktur aufweisen. Weiter leicht porös sein, aber beim berühren nicht sofort brechen. Solltet ihr es nicht anfassen können, ohne das es bricht, ist etwas schief gelaufen (vermutlich hat sich der Stoff entzündet).

Sollte das Material nicht komplett schwarz sein, z.B. bei einzelnen Lagen, dann war der Stoff wahrscheinlich zu dicht/fest in der Dose gelagert. In dem Fall die nicht komplett schwarzen Stücke nochmals in die Dose und ins Feuer. Am besten könnt ihr aber feststellen, ob es geklappt hat, wenn ihr ein Stück nehmt und versucht es mit eurem Feuerstahl in Gang zu bringen. Für gewöhnlich reicht ein einzelner Funke, um eine Glut hervorzubringen.

Char Cloth V
Die Char Cloth kann sehr leicht mit einem Funken entzündet werden.