Kienspan – Bushcraft- und Survival-Zunder

Allgemeines zu Fatwood/Kienspan-Zunder

Die rote Färbung zeigt den hohen Harzanteil im Holz.

Mit Fatwood oder auch Kienspan bezeichnet man Holz mit besonders hohem Harzanteil. Traditionell wird es aus der Kiefer gewonnen, aber auch Fichte und Tanne sind passable Lieferanten. Kienspan eignet sich gut als Zunder und kann alleine durch Funken entzündet werden. Durch den hohen Harzanteil brennt das Holz auch länger als gleiches Holz mit normalen Harzanteil. Der hohe Harzanteil entsteht zum Beispiel durch Verletzungen am Baum. Der Baum erhöht an der betroffenen Stelle den Harzanteil, um die Wunde zu verschließen und das Harz lagert sich daraufhin dauerhaft an der betroffene Stelle ab.

Die gängigste Art, um an Kienspan zu kommen, ist alte Baumstümpfe zusammen mit dem Wurzelbereich aus dem Boden auszugraben. Nach dem ein Baum gefällt wurde oder umgeknickt ist, lebt er weiter und produziert somit auch weiter Harz. Dieses kann nun nicht mehr in den eigentlichen Baum transportiert werden und verbleibt somit mit erhöhtem Anteil in den Wurzeln und im Stumpf. Wenngleich der Ertrag bei so einer Methode nicht schlecht ist, ist dies allerdings auch eine sehr aufwendige Art des “Erntens” von Kienspan.

Video: Kienspan mal anders

Und sehr ihr ein kleines Video, in dem der “Ernteprozess” zu sehen ist. Natürlich könnt ihr auch einfach weiter den Text lesen.

Einfach Kienspan-Zunder ernten

alternative Fatwood-Quelle (12)
Solche toten Äste sind hervorragende Kienspan-Lieferanten.

Einfacher kann man an Kienspan, wenngleich in geringeren Mengen, kommen, indem man einfach die abgestorbenen (!) Äste an Kiefern sehr nahe am Stamm absägt. Auch hier lagert sich Harz in höheren Mengen ab, was gut an der rötlichen Färbung des Holzes erkannt werden kann.

Von dem so abgesägten Ast lassen sich meistens bis zu 5cm in guten Fällen auch bis zu 10cm als Kienspan/Fatwood verwenden. Dafür solltet ihr am Ast in ca. 25cm Entfernung von der Stelle, die am Baum war wiederum ein Stück absägen und euch so in z.B. 5cm Schritten immer weiter vorarbeiten bis der Harzanteil hoch genug ist. Allerdings ist der Harzanteil nicht bei allen Ästen gleich hoch. Stark rötlich gefärbte Schnittstellen sind immer ein guter Indikator für einen hohen Harzanteil im Holz. 

alternative Fatwood-Quelle (14)
Auch hier harz-durchtränktes Holz das später leicht zu Zunder verarbeitet werden kann.

Schaut euch hierzu auch das nebenstehende Bild genauer an. Ich weise nochmals daraufhin nur die abgestorbenen Äste zu nehmen. Zum einen wird so dem Baum kein Schaden zugefügt und zum anderen kann der so gewonnene Kien auch gleich verwendet werden. Dies ist bei frischen Ästen nicht der Fall.