Erster Kurztripp mit Pahlhoff ans Meer / Reisetagebuch #1


Kurzentschlossen kamen wir überein, dass wir den ersten Ausflug mit dem frisch ausgebauten Pahlhoff an die Nordsee machen wollen. Ziel? Nordseeküste – wo es schön ist. Wettervorhersage? Kalt und ungemütlich.

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Aus Richtung Osten kommend sind wir bei Oldenburg in den Norden über die A29 Richtung Wilhelmshaven gefahren – bis die Autobahn aufhörte und wir in einem menschenleeren und großen Hafenareal landeten. Von da aus sind wir immer nordwärts am Deich entlang gefahren, wo wir verschiedenste „-siels“ passierten.

+++ Siel meint einen verschließbaren Gewässerdurchlass in einem Deich!+++

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Den ersten Stop machten wir in Hooksiel, wo wir spontan auf eine Trauergesellschaft trafen, die ihre/n Liebste/n per Seebestattung verabschiedete. Auf der Suche nach einem Klo, besuchten wir das Lokal „Brücke Hooksiel“ – dort saß nur ein älteres Paar – kein Wunder, es war erst kurz nach eins.

Hier schnupperten wir auch das erste Mal frische Seeluft bei einem Spaziergang am Strand. Natürlich wie gefühlt zu 80 Prozent aller Gelegenheiten – war Ebbe. Und was am Anfang noch neugierig stimmt, wirkt dann auf Dauer doch eintönig: Dunkelgrauer Horizont über hellgrauem Ebbegrund. Der Wind pustete uns ordentlich durch – selbst mit Mütze wurde es uns kalt an den Ohren. Immer wieder begegneten wir Gruppen oder Paaren, die ebenfalls am Strand spazieren gingen.

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Die erste Stellplatzbesichtigung war dann in Schillig. Ein großer (geschlossener) Campingplatz mit vorgelagertem, großen Parkplatz war allerdings wenig einladend für eine Übernachtung. Somit unternahmen wir einen ausgedehnten Spaziergang am angrenzenden Strand, wo wir auch einige Kite-Surfer beobachteten, die sich in Richtung Wasser auf den Weg machten. Uns schlotterten schon beim Anblick die Knie vor Kälte.

Zurück am Bus war es höchste Zeit, zum ersten Mal den neuen Gaskocher auszuprobieren, klappte einwandfrei und schnell. Mit Kaffee und Zigarette warfen wir einen letzten Blick auf den tristen Campingplatz und entschlossen uns weiterzufahren.

Next Stop: Neuharlingersiel. Von hier aus starten die Fähren nach Spiekeroog. Für uns allerdings keine Option, da die Zeit fortgeschritten und knapp war. Auch wenige Menschen, aber dafür ein wunderbarer, kleiner historischer Hafen, in dem noch aktive (jetzt im Winterschlaf liegende) Kutter vor Anker liegen. Vor allem im Dunkeln hatten wir einen tollen Blick, auf die mit Lichterketten dekorierten Boote. Im Souvenir-Shop gab es einen Wintertee und leider keine Magneten.

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Wir erspähten einen Womo-Stellplatz, der für die Nacht 15 Euro kosten sollte. Für uns, die wir weder Grauwasser entsorgen, noch Landstrom anschließen, ein stolzer Preis. Also entschlossen wir uns zunächst weiterzufahren. Es war noch ausreichend hell und wir frohen Mutes. Die Stimmung sank, die Alternativen waren nicht attraktiv. Erste Idee: Nach Hause fahren. Zweite Idee: In den sauren 15 Euro Apfel beißen. Gesagt, Bargeld abgeholt, getan, bezahlt.

Das erste Liegen auf der Matratze genossen wir sehr – was für ein Unterschied zur Luftmatratze auf dem kalten Boden. Hoffi brachte die Lichterkette an, während ich das Gepäcknetz umgestaltete. Tolles Licht! Wärme dank Standheizung und einen vollen Bauch danke “Serbischer Bohnensuppe” aus der Dose – supi! Abwasch mit Kanister und Faltschüssel war auch kein Problem. Learning: Die Alukiste anders verstauen, da wir sonst nicht das Bett umklappen können. Früh krochen wir in unsere Schlafsäcke, lasen noch in unseren Zeitschriften und hörten zum Einschlafen ein Hörbuch.

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Während Hoffi beim Schaf Nummer 14 bereits ins Traumland driftete, muss ich bis Schaf Nummer 6.273.424 durchhalten. Der Schlafsack machte mir zu schaffen; schön warm, aber an den Füßen viel ZU warm. Vermutlich schwenken wir auf eine Decke um – mal sehen.

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Am nächsten Morgen traf der erste Blick aus Pahlhoff auf eine weiße Landschaft. Nach Kaffee und Zigarette nahmen wir uns vor, einen letzten Schneespaziergang am Strand zu machen. Doch auf der Straße entschlossen wir uns lieber wieder nach Hause zu fahren. Glatteis war angekündigt. Wir fuhren über Land (Jever) und kamen ohne Probleme auf den Straßen gut zu Hause an.

Text: Mrs. Hoffi

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