Pflanzenkunde


Essbare, giftige und sonstige nutzbare Pflanzen

Vor allem interessieren uns beim Bushcraften und Survival Pflanzen, die für den Verzehr geeignet und durch ihren Nährwertanteil für den Survival- und Bushcraft-Bereich relevant sind. Allerdings muss vor dem Verzehr absolute Sicherheit bei der Bestimmung der Pflanze bestehen, damit es nicht zur Verwechselung mit unbekömmlichen oder sogar giftigen ähnlich aussehenden Pflanzen kommt. Neben den essbaren Pflanzen, gibt es noch Pflanzen, die weder für den Verzehr geeignet sind, noch eine heilende Wirkung auf den Menschen entfalten können. Für den Survival- und Bushcraft-Bereich sind die Pflanzen aufgrund anderer Eigenschaften dennoch von Interesse sind.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Sauerampfer
  2. Scharbockskraut
  3. Waldsauerklee
  4. Rainfarn

Allgemeines zum Sauerampfer

Sauerampfer (1)Der Sauerampfer gehört zur Familie der Knöterichgewächse. Er ist im gesamten Europa auf nährstoffreichen Wiesen verbreitet und wächst als ausdauernde krautige Pflanze zwischen 30 und 100 cm Höhe in Höhenlagen bis zu 2000 m. Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Der säuerliche Geschmack der Blätter dieser Pflanze rührt von dem hohen Gehalt an Oxalsäuresalz her. In der Grünlandwirtschaft ist der Sauerampfer nicht sehr willkommen, da er sich in der Silage oder im Heu schlecht konservieren lässt und darüber hinaus vom Vieh gemieden wird. Ebenso ist er gegenüber der Gülle unempfindlich und kann sich unter Umständen massenhaft vermehren. Allerdings ist der Sauerampfer auch eine wichtige Futterpflanze für die Raupen des Violetten Feuerfalters, des Braunen Feuerfalters, des Kleinen Feuerfalters und des Dukatenfalters. Somit die Pflanze für viele Tiere von Interesse. Aber auch der Mensch kann von ihr profitieren.

Sauerampfer als essbare Pflanze

Ähnlich wie der Waldsauerklee enthält auch der Sauerampfer sehr viel Vitamin-C und kann somit als Notnahrung herhalten. Der Geschmack ist leicht säuerlich, dadurch aber auch erfrischend. Beim Sammeln der Pflanze sollte darauf geachtet werden, dass er nicht von überdüngten Wiesen stammt. Es sollten nur makellose Blätter verwendet werden. Ältere Exemplare mit rostbraunen Löchern im Blatt sind in größerer Menge besonders unbekömmlich. Die Blätter können als Beigabe in einen Salat, aber auch einzeln verzehrt werden. Darüber hinaus können die Blätter des Sauerampfers ähnlich wie Spinat zubereitet werden.  Allerdings enthält der Sauerampfer Oxalsäure und Kaliumoxalat und sollte von daher roh nicht in großen Mengen genossen werden. Abgebrühte oder gekochte Blätter vom Sauerampfer verlieren einen großen Teil der Oxalsäure und sind deshalb kaum gefährlich.

Standort: Wiesen, Weiden und Wegränder; auf schweren, lehmigen, mit Stickstoff und Nährstoffen gut angereichertem Boden

Aussehen: ausdauernde, krautige Pflanze, bis 100 cm hoch; Blätter pfeilförmig, langgestielt, oberer sitzend; Blüten klein rötlich in lockeren Rispen; Früchte 3kantig grün oder braunrot


Allgemeines zum Scharbockskraut

ScharbockskrautScharbock ist altdeutsch und steht für Skorbut (eine Vitamin-C Mangel-Krankheit, die früher vor allem bei Seefahrern verbreitet war). Nun ist es aber nicht so, dass Scharbockskraut diese Krankheit verursacht. Vielmehr haben die Blätter der Pflanze einen sehr hohen Vitamin-C Gehalt. Aus diesem Grund wurde das Scharbockskraut auch auf Seefahrten in großen Mengen eingelagert und verzehrt. Genau diese Eigenschaft macht die Pflanze auch heute noch für uns interessant. Darüber hinaus lagert sie Stärke/Kohlenhydrate in kleinen Wurzelknöllchen ein, die ebenfalls für den Verzehr geeignet sind.

Scharbockskraut als essbare Pflanze

Zu beachten ist allerdings, dass Scharbockskraut zur Familie der Hahnenfußgewächse gehört und wie andere Pflanzen dieser Familie das gifitge Protoanemonin ausbildet, vor der Blüte ist der Gehalt an Protoanemonin jedoch sehr niedrig. Von daher gilt generell, die Pflanze nur in Maßen (maximal eine Hand voll) zu genießen und dies am besten vor der Blütezeit. Sollte der Geschmack der Pflanze nach der Blüte scharf-bitter sein, ist der Gehalt bereits gestiegen. In diesem Fall ist trocknen der Pflanze/Wurzelknöllchen eine Möglichkeit, da so die Giftstoffe zersetzt werden. Die getrockneten Wurzelknöllchen können zermahlen als Mehlersatz dienen und ein Tee aus den getrockneten Blättern soll blutreinigend und gegen Hautkrankheiten wirken.
Standort: auf frisch-feuchten Böden in Wäldern und Gebüschen; krautreiche Auwälder, feuchte Säume

Aussehen: teppichartiger Bewuchs am Boden; Höhe zwischen 5-15cm; acht und mehr goldgelbe Nektarblätter und 3-5 Kelchblätter; Stängel niederliegend bis aufsteigend; Grundblätter herz-nierenförmig, Unterseite heller; nach der Blüte in den Achseln der Blätter Brutknöllchen; Wurzeln meist keulig verdickt

Sonstiges: Stängel der Blätter hohl mit zwei Kammern; Stängel der Blüte hohl mit einer Kammer


Allgemeines zum Waldsauerklee

Waldsauerklee 5

Waldsauerklee als Pflanzenart gehört zur Gattung Sauerklee (Oxalis), die wiederum zur Familie der Sauerkleegewächse (Oxalidaceae) gehört. Insofern ist der Sauerklee auch unterschieden von den anderen Kleearten, die zur Familie der Hülsenfrüchtler gehören. Der Waldsauerklee wächst bis zu 15cm Höhe in schattigen Wäldern und blüht von April bis Mai. Die Blütenblätter sind im Grundfarbton weiß mit violetten Längsstreifen und am Grund gelb gefleckt. Der Waldsauerklee gehört zu den heimischen Pflanzen, die am besten mit Schatten zurecht kommen. Ihm reichen 1/160 des Tageslichtes unbeschatteter Standorte. Bei starker Sonneneinstrahlung klappt er seine Blätter zusammen und schränkt seine Verdunstung ein.

Waldsauerklee als essbare Pflanze

Der Waldsauerklee kann insgesamt verwendet werden und besonders die Blätter haben einen säuerlichen, aber sehr erfrischenden Geschmack. Die Pflanze beinhaltet neben verschiedenen Mineralstoffen auch Vitamin-C und kann somit durchaus als Notnahrung angesehen werden. Die Blätter können als Beigabe in einen Salat, aber auch einzeln verzehrt werden. Die kleinen Wurzeln können ebenfalls roh verzehrt werden. Größere Wurzeln werden faserig und sollten daher entsprechend zubereitet (gekocht oder eingelegt) werden. Auch die Blüten sind essbar und können als essbare Dekoration verwendet werden. Die Früchte eignen sich zum würzen, bspw. beim Einlegen. Allerdings enthält der Waldsauerklee auch Oxalsäure (wenn auch in geringen Mengen) und sollte von daher nicht in großen Mengen genossen werden.

Standort: feuchte, humöse Laub- und Nadelwälder; gerne schattig

Aussehen: Wuchs zwischen 8-15cm als Staude; Blätter dreizählig gefingert, grundständig an kriechender Grundachse; Blüten fünfzählig, weiß, purpurn geadert


Allgemeines zum Rainfarn

Rainfarn_TafelIFür uns ist der Rainfarn aufgrund seiner ätherischen Öle interessant. Die Pflanze hat einen intensiven Geruch und wird deswegen von vielen Insekten gemieden. Somit bieten ein paar Büschel angeriebener Rainfarn auf dem Nachtlager verteilt einen wirksamen Schutz vor Mücken. Auch das einreiben freier Köperstellen hilft. Ebenso kann der Rainfarn in dieser Absicht auch getrocknet (z. B. zu Hause in einem Kräutersäckchen) verwendet werden.

Standort: auf nährstoffreichem Lehmboden; meist an Wegrändern, Wiesen, Waldrändern und lichten Gebüschen

Aussehen: Pflanze stark wuchernd, krautig, Höhe zwischen 60-130cm; Blätter länglich, gefiedert, am Rand gezähnt, wechselständig bis zu 25cm lang; Blüte gelb, in Rispen in Doldenform, Blütezeit  Juli-September

Sonstiges: entwickelt beim Zerreiben einen stark aromatischen Geruch