Zunder und Feuer


Guter Zunder und ein Feuer sind beim Bushcraften oder Survival unerlässlich. Das Feuer spendet Wärme, du kannst dein Wasser mit Hilfe eines Feuers abkochen und natürlich kannst du dir über einem Feuer auch Nahrung zubereiten. Die so zubereitete Nahrung ist wesentlich besser verdaulich. Das gilt nicht nur für Fleisch, sondern auch für verschiedene Arten pflanzlicher Notnahrung. Darüber hinaus zerstört die Wärme des Feuers beim Kochen auch viele Keime, Bakterien und Würmer. Zu guter Letzt kann der Rauch und die Hitze des Feuers auch zur Konservierung verschiedener Nahrung verwendet werden.


Grundvoraussetzungen für ein Feuer

Um ein Feuer zu machen, brauchst du eigentlich nicht viel. Wichtig sind: Zunder, kleineres Holz zum anmachen und um das Feuer am laufen zu halten Brennstoff. Wichtig ist in jeder Phase die angemessene Frischluftzufuhr. Ohne Sauerstoff wird kein Feuer lange brennen.

Durch die Luftzufuhr kannst du ganz genau bestimmen, wie groß und heiß dein Feuer brennen soll. Je mehr Luft du an das Feuer lässt, desto höher ist am Ende die Temperatur des Feuers. Gleichzeitig verbrauchst du so aber auch mehr Brennstoff. Je weniger Luft du an das Feuer lässt, desto schwächer brennt es. Mit sehr wenig Sauerstoff kannst du noch eine Glut am leben halten.


Welchen Zunder kann ich für ein Feuer nutzen?

Als Zunder eignet sich alles, was ohne Probleme einen Funken fängt. Es braucht meist wirklich nicht mehr. Nur einen Funken und der Zunder entzündet sich, so dass wir darauf ein Feuer aufbauen können.

Insofern gibt es draußen eine unübersehbare Masse an Materialien, die wir als Zunder verwenden können: Holzspäne, Birkenrinde, trockenes Gras sowie Harz, Vogelfeder und noch vieles mehr. Aber auch Materialien, die so in der Natur nicht zu finden sind, können wir als Zunder vorbereiten. Dazu gehören beispielsweise Baum- oder Leinenstoffe. Entweder nur fein zerrissen oder weiter bearbeitet. Eine hervorragende Quelle sind Vogelnester! Aber bitte nur verlassene Nester nutzen.


Die besten Zunder beim Bushcraften und Survival:

1. Kienspan

2. Char Cloth


Weniger fürs Bushcraften, aber fürs Survival interessant sind auch andere Stoffe. Ein einfacher Fahrradschlauch fängt zwar nicht so leicht einen Funken, aber einmal entzündet, brennt er sehr lange, so dass man gut ein Feuer damit in Gang bringen kann. Das wichtigste ist: Der Zunder muss trocken sein!

Es ist zwar nicht unmöglich, leicht feuchten Zunder zu entzünden, aber schwer. Am besten ist, sobald ihr unterwegs seid, immer ein offenes Auge zu haben und geeigneten Zunder gleich zu sammeln. Ihr könnt ihn dann in einer Jackentasche weiter trocknen. Oder ihr habt gleich ein kleinen Zunderbeutel mit passenden Materialien bei euch. Im Folgenden will ich euch ein paar Zunder-Arten und ihre Beschaffung sowie Nutzung vorstellen!


Zunder im Überblick

Moos:

Moos hat eine sehr lockere Faserstruktur. Dadurch gelangt viel Luft an das Material. Getrocknet kannst du Moos wunderbar als Zunder verwenden, da er sich leicht entzündet. Zum Ausstrocknen wird da Moos in der Sonne ausgebreitet. Dazu kannst du es zum Beispiel auf einen trocknen Stein legen.

Pilze:

Auch wenn man es nicht vermuten mag, stellen die meisten Pilze einen hervorragenden Zunder dar. Dazu muss er getrocknet und dann entweder in Scheiben geschnitten oder zu Pulver weiter zermahlen werden. Vor allem Baumpilze sind geeignet, da das Innere durch eine Außenhaut geschützt wird und in der Regel sehr trocken ist.

Rinde und Holz:

Die Rinde und das Holz der meisten heimischen Arten stellen einen hervorragenden Zunder dar. Dazu müssen sie allerdings sehr trocken sein und meist zu kleinen Stücken verarbeitet werden. Als prominentestes Beispiel aus unseren Breitengraden soll hier die Birkenrinde genannt werden. Diese hat einen sehr hohen Harzgehalt und fängt deswegen sehr schnell Feuer. Ein weiteres Beispiel ist der Kienspan, den du einfach in unseren Wäldern selber sammeln kannst.

Abgestorbene Bäume bieten den Vorteil, dass ein Zersetzung der Fasern bereits angefangen hat. Auch dies führt zu mehr Luft im Holz, wodurch es leichter entzündet werden kann. Kernholz, also das Holz im Inneren eines Stammes oder Astes, kann selbst bei feuchtem Holz außen, sehr trocken sein.

Vogelnester:

Wenn du ein Vogelnest als Zunder verwenden möchtest und dich nicht in einer Notsituation befindest, stelle bitte sicher, dass es verlassen ist. Vogelnester bieten sich als Zunder an, da sie aus vielen (trockenen) Bestandteilen gebaut sind. Dazu gehören beispielsweise Gräser und kleine Vogeldaunen. Auch ihr Standort ist meist so geschützt, so dass sie direkt als Zunder verwendet werden können.

Baumwolle und Leinen:

Baumwoll- und Leinenstoffe lassen sich zu Zunder verarbeiten. Dazu muss man den Stoff mittels Pyrolyse verkohlen. Die so hergestellte Char Cloth ist ein Zunder, der schon seit mehrere hundert Jahren verwendet wird. Darüber hinaus kannst du Baumwollfussel aus Taschen von Hosen oder Mänteln als Zunder nutzen.

Gräser und Laub:

Trockenes Laub kannst du zum anmachen eines Feuers verwenden, in dem du die Blätter ganz fein zerkrümmelst. Die Krümmel kannst du dann mit einem Feuerstahl entzünden. Gräser solltest du sammeln, trocknen und dann möglichst fein zerfasern. Die so zubereiteten Gräser fangen leicht Feuer.


Verarbeitung von Materialien zu Zunder

Alle hier vorgestellten Materialien eigenen sich, um ein Feuer zu starten. Dazu solltest du grob die doppelte Faustgröße an Material einplanen. Wichtig ist, dass du das Material passend zu Zunder verarbeitest.

Über die Jahrhunderte haben sich vor allem folgende Methoden etabliert: Schaben und Reiben. Beim Schaben kannst du mit einem Messer oder einem rauen, scharfen Stein kleine Stücke des Materials ablösen. Du kannst dein Material auch gegen ein härteres Material reiben und es so weiter zerkleinern.

Wichtig ist auf jeden Fall, dass dein Zunder absolut trocken ist, da er nur so sofort einsatzbereit ist und ohne Probleme funktioniert. Ist er noch feucht, musst die ihn an eine Wärmequelle oder in die Sonne legen, um ihn zu trocknen. Eine andere Option ist, das Zunder-Material in einer Jacken- oder Hosentasche mit Hilfe der Körperwärme zu trocknen. Wenn der Zunder getrocknet ist, muss er unbedingt in einem (wasser-) dichten, gut schließenden Behälter aufbewahrt werden.