10 Tipps: richtiges Verhalten während eines Aufstandes

Ich finde es immer wieder erschreckend zu sehen, wie schnell und mit welcher Energie sich Menschen zusammenfinden um in der Masse gegen ein ihnen unliebsames Anliegen vorzugehen. Ein Beispiel sind hier die randalierenden und sich gegenseitig bekämpfenden Fußballfans zweier unterschiedlicher Mannschaften. Aber das ist nur ein sehr prominentes Beispiel. Auch die Massenschlägerei mit 20 Jugendlichen auf einem Dorffest am Wochenende zählt hier mit dazu.

Überall wo “Masse und Macht” (so der Titel eines sehr zu empfehlenden Buches von Elias Canetti) zusammenkommen, kann diese Mischung schnell explodieren. Dabei kann eigentlich alles einen möglichen Auslöser darstellen. Selbst eine friedliche Demonstration ist schon in eine offene Auseinandersetzung mit der Polizei umgeschlagen. Mit der Folge, dass man sich selbst ungewollt in einer brennzlichen Situation wiederfindet.

Das sicherste ist es dann, sich aus dem Staub zu machen. Aber wie genau stellt man dies an, wenn man sich in der Mitte einer wütenden Meute wiederfindet? Das Adrenalin schießt in die Höhe und der instinktive Trieb sich gegen die anderen zu behaupten setzt ein. Genau hier kommt dann auch die Gewaltanwendung ins Spiel.

Aus diesem Grund finde ich es absolut sinnvoll, sich ein paar Punkte zu vergegenwärtigen die einem dabei helfen können, dass man sein eigenes Verhalten während eines Aufstandes kontrolliert und so die Chancen erhöht unbeschadet aus diesem herauszukommen.

10 Tipps, die Dir das Leben retten können!

  1. Bleib ruhig und kontrolliere deine Emotionen. Aufstände ereignen sich gerade, wenn die Emotionen auf Seiten der Beteiligten überhand nehmen. Du erhöhst deine eigenen Chancen, wenn du einen kühlen Kopf bewahrst und die Lage sachlich analysierst. Gebe dich also nicht der Mob-Mentalität hin.
  2. Vermeide die Konfrontation. Halt deinen Kopf gesenkt, vermeide den direkten Augenkontakt mit den Aggressoren. Statt dessen scanne dein Umfeld nach einem möglichen Ausweg aus der Menschenmasse.
  3. Gehe zügig, aber Laufe nicht. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen ist beim Laufen die Gefahr höher, dass du stolperst und fällst. Wer weiß, ob du wieder hoch kommst. Zum anderen erregst du als Rennender viel mehr Aufmerksamkeit, was du nicht möchtest.
  4. Höre nicht auf dich zu bewegen. Wenn du aufhörst dich zu bewegen, gehst du das Risiko ein durch die Kraft der sich bewegenden Meute in eine Richtung gedrückt, vielleicht sogar erdrückt zu werden.
  5. Suche einen sicheren Raum und bleibe dort. Typischerweise finden Aufstände, welcher Art auch immer, draußen in den Straßen statt. Daher sind deine Chancen den Aufstand unbeschadet zu überstehen größer, wenn du dir schnellstmöglich einen Raum in einem Gebäude suchst, und dort wartest bis alles vorbei ist. Das kann der Automatenraum einer Bank sein, eine eventuell zugängliche öffentliche Toilette usw. Meide allerdings Einkaufsläden, da diese schnell geplündert werden können.
  6. Schließe deine Fenster und Türen. Stehe nicht am Fenster und schau dir das Spektakel an, da du so Aufmerksamkeit auf dich ziehst und andere ungewollt provozierst. Statt dessen gehe in weiter Innen liegende Räume. So verminderst du auch das Risiko, durch umherfliegende Gegenstände (vielleicht sogar Geschosse) verletzt zu werden.
  7. Solltest es dich in deinem Auto erwischen, bleibe ruhig. Versuche in einem moderaten Tempo die Leute zu umfahren. Sollte die Masse zu dicht sein, hupe. Oft bietet es sich an, entgegen der Bewegungsrichtung der Meute zu fahren, da man so schneller an ihr Ende kommt. Sollte dein Auto zur Zielscheibe der Aggressionen werden, verlasse es zügig und unauffällig. Versuche niemals Polizeiabsperrungen zu durchbrechen.
  8. Bleibe unauffällig außen vor und ziehe dich zurück. Solltest du dich in er Mitte einer Meute wiederfinden, versuche nicht für irgend wen Partei zu ergreifen. Bleibe so unauffällig wie möglich und begebe dich an den Rand der Meute. Vermeide es dabei in langgezogene, schmale Passagen (z. B. Tunnel) oder an langen Wänden, hohen Zäunen zu gehen. Je länger du dich im Mittelpunkt des Aufstandes befindest, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du verletzt oder getötet wirst. Gehe, sofern du zu Fuß bist, auf keinen Fall gegen den Strom, sondern mit dem Strom und versuche so dabei an den Rand zu kommen, um sich dann in ein Gebäude abzusetzen. Das alles braucht seine Zeit und geht nicht von jetzt auf gleich. Deswegen langsam und unauffällig, aber sicher auf sein Ziel zusteuern.
  9. Achte auf deinen Weg. Schaue dir den Untergrund auf dem du läufst genau an und versuche immer einen sicheren Tritt zu haben. Des weiteren schau dir den Weg zum deinem Austrittspunkt genau an, und versuche dir markante Punkte zu merken an denen du dich orientieren kannst, während sich die Masse bewegt. Typischerweise können dies, Laden-Namen, Reklame-Schilder usw. sein. Solltest du fallen rolle dich zu einer buckeligen Kugel zusammen. So stellst du ein möglichst großes Hindernis dar und schützt dich selbst am besten. Lege dich niemals flach hin. Sollte der auf dich wirkende Druck während du stehst zu groß werden, drehe dich um 90° zu der Kraft, so können die Rippen die Kraft auffangen und deine Brust kann sich zum atmen nach vorne heben.
  10. Behalte deine Hände auf Brusthöhe. Somit schaffst du dir Raum und deine Arme können wie ein Puffer arbeiten. Das schlimmste was dir passieren kann, ist, dass du gegen ein Hindernis gedrückt wirst (siehe 8.). Deswegen vermeide solche Bereiche in denen du eingekesselt werden kannst. Solltest du dennoch eingeklemmt werden, achte auf die Bewegung der Masse, die meist wie eine Welle vor und zurück schwangt. In dem Augenblick, in dem die Kraft der Masse sich von dir wegbewegt ist deine Chance. Bewege dich dann diagonal zu den anderen Leuten weg von dem Hindernis.

Versuche dir diese Tipps zu merken, um Sicherheit in deinem Verhalten während eines Aufstandes zu gewinnen und um einen klaren Kopf zu behalten, denn nur dieser kann dir am Ende den Arsch retten.